Heute haben wir unsere Bio-Zertifizierung zum dritten Mal erfolgreich durchlaufen. Das ist für uns ein guter Tag – und ein guter Anlass, einmal zu erklären, was bei so einer Kontrolle eigentlich passiert. Denn „Bio“ steht schnell auf einem Etikett. Dass ein Automatenbetreiber selbst zertifiziert ist, ist etwas anderes, und der Unterschied ist für dich als Einrichtung durchaus relevant.
Warum ein Automatenbetreiber überhaupt zertifiziert wird
Viele denken bei Bio-Kontrollen an Höfe und Hersteller. Tatsächlich fällt jeder Betrieb darunter, der Bio-Ware umpackt, umetikettiert oder als Bio auslobt – und das tun wir, sobald wir Produkte in ein Automatenfach einsortieren und als Bio-Sortiment anbieten. Grundlage ist die EU-Öko-Verordnung; geprüft wird von einer staatlich zugelassenen Kontrollstelle, unsere trägt eine DE-ÖKO-Nummer, die du auf unseren Unterlagen findest.
Geprüft wird dabei weniger das Produkt im Regal als der Weg dorthin. Die Kontrollstelle schaut sich an, woher jede Ware kommt, ob für jeden Lieferanten ein gültiges Bio-Zertifikat vorliegt, ob Wareneingänge und Warenausgänge zusammenpassen und ob Bio-Ware im Lager eindeutig getrennt und gekennzeichnet ist. Dazu kommt die sogenannte Mengenstromrechnung: Es muss nachvollziehbar sein, dass wir nicht mehr Bio-Ware verkaufen können, als wir eingekauft haben. Klingt trocken, ist aber genau der Punkt, der die Auslobung belastbar macht. Stichproben und unangekündigte Besuche gehören dazu.
Dass das jetzt zum dritten Mal geklappt hat, heißt vor allem: Die Abläufe tragen auch im Alltag, nicht nur am Prüftag. Darauf sind wir ein Stück weit stolz – ohne daraus mehr zu machen, als es ist. Eine Zertifizierung ist kein Qualitätssiegel für Geschmack und kein Werturteil über andere Sortimente. Sie ist eine überprüfte Aussage über Herkunft und Herstellung.
Was das für deine Einrichtung praktisch bedeutet
Wenn du als Schulleitung, Träger, Einkauf oder Studierendenwerk eine Entscheidung intern vertreten musst, brauchst du etwas Nachprüfbares – nicht ein Versprechen. Ein gültiges Zertifikat der Kontrollstelle ist ein Dokument, das du anfordern, in die Akte legen und im Zweifel einem Elternbeirat, einer Personalvertretung oder dem Rechnungsprüfungsamt vorlegen kannst. Es hat ein Ausstellungsdatum und eine Gültigkeit, und es lässt sich bei der Kontrollstelle verifizieren.
Zweitens schafft es Klarheit bei Sortimentswechseln. Ein Automat wird über die Jahre umgeräumt, Produkte laufen aus, neue kommen dazu. Wenn der Betreiber selbst im Kontrollverfahren steht, gilt die Prüfsystematik auch für jedes Produkt, das später nachrückt – nicht nur für die Liste, die bei Vertragsschluss auf dem Tisch lag.
Bei uns kommen eigene Listungsregeln dazu, die über die Zertifizierung hinausgehen und die wir offenlegen: 100 % Bio, jede Zutat in Bio-Qualität außer Wasser und Salz, keine Aromen – auch keine natürlichen –, keine künstlichen Zusatzstoffe und höchstens 30 % Zucker je Produkt. Aktuell liegen 36 Produkte in den Planogrammen, der Durchschnitt über dieses gelistete Sortiment liegt bei 16,0 g Zucker je 100 g, der höchste Einzelwert bei 30,0 g je 100 g. Die Nährwerte sind für jedes Produkt einsehbar. Zwei Automaten sind bei uns im laufenden Betrieb, seit 2024, von Lübeck aus betreut.
Fragen, die du jedem Anbieter stellen kannst
Du musst dich mit Zertifizierungslogik nicht auskennen, um die richtigen Fragen zu stellen. Diese fünf reichen weit:
Bist du als Betreiber selbst bio-zertifiziert, oder verkaufst du nur einzelne zertifizierte Produkte? Kann ich das aktuelle Zertifikat mit Kontrollstellennummer und Gültigkeitsdatum bekommen? Nach welchen schriftlich festgehaltenen Kriterien wird ein Produkt überhaupt gelistet – und wer entscheidet das? Bekomme ich die Nährwerte aller Produkte als Liste, nicht nur auf der Packung? Und: Gelten diese Kriterien auch für Produkte, die erst in einem Jahr nachrücken?
Wenn du zusätzlich einen fachlichen Rahmen für die Verpflegung in deiner Einrichtung suchst, lohnt ein Blick in die DGE-Qualitätsstandards für Schulen, Kliniken und Hochschulen. Sie sind frei verfügbar und geben dir eine Sprache an die Hand, mit der du Anforderungen formulieren kannst, ohne dich auf die Formulierungen eines Anbieters verlassen zu müssen.
Wenn du gerade überlegst, wie ein Automatenstandort bei euch aussehen könnte oder welche Unterlagen du für eine interne Entscheidung brauchst: Sprich uns an, wir gehen das gern mit dir durch.


